Gespächskreis

Zum Gesprächskreis wird am 2. und 4. Dienstag im Monat eingeladen.
Von 19.30 - 21 Uhr treffen sich Interessierte im Gemeindehaus.



Prophetie Jesaja 6 in Johannes 12


26.Mai 2026



Tageslosung
Weist die Nachlässigen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig mit jedermann. 1.Thess. 5,14

Der Apostel beendet seinen Brief mit einigen Ermahnungen. In diesem Vers geht es um Zurechtweisung, Tröstung, Tragen und Geduld. Die Adressaten sind die Nachlässigen, die Kleinmütigen, die Schwachen. Bezogen auf die Geduld hat der Apostel alle im Blick.

Nachlässige: Deren gibt es aktuell in den Gemeinden viele. Wenn wir sie zurechtweisen, sind sie verärgert. Denn der Einzelne und seine Bedürfnisse sind Maßstab des Denkens und Handelns. Die Zürcher Übersetzung bezeichnet sie als solche, die sich an keine Ordnung halten. Im Griechischen steht hier das Wort „Ataktus“ – also die Taktlosen.
Die Kirche westlicher Prägung ist aus dem Takt geraten. Das kann – wie beim Herzen – auf Dauer nicht gut gehen. Irgendwann kollabiert der ganze Organismus.
Ein Herzschrittmacher muß her, Stents gelegt werden oder Bypässe, oder gar eine Operation am offenen Herzen. Kleinmütige: Das sind die Verzagten, die Mutlosen, die – wörtliche Übersetzung aus dem Griechischen – wenig Seele haben. Die Seele, also das, was das Leben erhält, hat sich sozusagen zurückgezogen. Hier ist Trost angebracht, Aufbauen, Stärken, Lebenskraft zufügen.
Schwache: kraftlose Menschen, geschwächt durch Krankheit, Mühe, Not, Kummer, Verlust. Es gibt viel, was dem Leben zusetzt und es mindert. Die Absicht des lebendigen Gottes ist, daß Leben gedeiht, gefördert wird, erhalten bleibt. Hier kann der, der stark ist, noch Kraft hat, jenen tragen, mitziehen, aufpäppeln, der aus welchem Grund auch immer schwach ist.
Jedermann: Jeder ist mal schwach, jeder verliert mal Kraft, jeder kennt Tiefpunkte, jeder braust auch mal auf. Jeder dürfte sich freuen, wenn er nicht gleich verurteilt und verdammt wird. Geduld ist hierbei eine willkommene Tugend. Geduld als Langmut, Großmut, Großherzigkeit, Verständnis, Mitgefühl. Alles zusammen, den anderen annehmen – wofür die Bibel den Begriff „Liebe“ verwendet.

L i e d : 136, 1 – 3 O komm, du Geist der Wahrheit

G e b e t

Prophetie 9 Jesaja 6 in Johannes 12
- Im Johannesevangelium zitiert Jesus Jesaja 6. Er nimmt Bezug zur Berufung dieses Mannes zum Propheten. Aus dem Blickwinkel des Johannesevangeliums ergeben sich andere Auslegungsversionen. - Jesaja macht eine überirdische Erfahrung. Ihm wird gegeben, gleichsam hinter die Kulissen zu schauen. Er darf einen Blick in den Himmel werfen. Es verschlägt ihm die Sprache. Er erkennt seine Verlorenheit, er erfährt aber auch Aussöhnung. - Die alttestamentliche Perspektive läßt die Interpretation zu, daß Jesaja der Gesandte ist, derjenige, der durch seine Verkündigung Verstocken auslöst, bzw. die Verstockung verstärkt. Doch mit den Versen aus dem Johannesev. tut sich eine andere Sichtweise auf.
- Die Bibel hebt hervor, dass niemand die Chance hat, Gott zu sehen. Schon Mose hatte dieses Begehren. Ihm wurde gesagt: Kein Mensch kann am Leben bleiben, der Gott sieht.
- Wurde Jesaja die Schau Gottes gewährt?
- der Saum Gottes erfüllt den Tempel; alle Welt ist seiner Herrlichkeit voll, Jesaja sieht den König – alles das ein Hinweis darauf, dass Jesaja nicht Gott in Reinform gesehen hat, sondern den Abglanz Gottes in Jesus. Jesus erfüllt den Tempel, in Jesus ist die Herrlichkeit/Ehre Gottes ausgebreitet in der Welt, Jesus ist der (künftige) König, der das Reich Gottes aufrichtet. Reich Gottes auf Griechisch „basileia tou theou“ = Königsherrschaft Gottes.
- auch die Entsühnung mit der Kohle deutet auf Jesus, durch und um dessen willen Sünden vergeben werden. Er ist der wahre Hohepriester.

- Lesen Johannes 12, 37 - 50

- Auch was die Sendung betrifft, ergibt sich mit dem Johannesev. eine andere Interpretation. Demnach ist Jesaja Zeuge für den innergöttlichen Dialog. Gott fragt: Wen soll ich senden? Jesus antwortet: Hier bin ich, sende mich!
- die Aufgabe des Gesandten ist, Glaube zu ermöglichen, aber seine Verkündigung bestätigt die Verstockung, bzw. erzeugt sie. Und genau das ist vielfach am Wirken Jesu abzulesen.
- Jesus hat Blinde geheilt, aber nicht Verblendete freibekommen.
- Dennoch mit Jesus ist die Zeit des Hörens eröffnet. Dieser Gesandte lädt ein, die Herrlichkeit zu sehen, die Heiligkeit Gottes anzubeten.
- Diese Schau schützt vor Verdammnis, hingegen die Ablehnung wird Gericht zur Folge haben.
- am Ende der Tage, am Jüngsten Tage, werden die gesprochenen Worte des Gesandten anklagend sein, verurteilend, in der Gegenwart aber sind sie eine Einladung.
- Es bleibt dabei: das Angebot Gottes in Jesus ist das ewige Leben.

A u s s p r a c h e

• Bei den Worten Jesu sehe ich einen Widerspruch: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich. (V.44). Weiter unten: Wer an mich glaubt, der bleibt nicht in der Finsternis (V.46). Wir glauben doch an Jesus.
• An anderer Stelle heißt es: Glaubt an Gott und glaubt an mich. (Kap.14)
• Wer an Jesus glaubt, glaubt an das Göttliche.
• Siehe auch Joh. 14: Wer mich sieht, der sieht den Vater.
• Jesus will mit der Aussage V.44 nicht den Glauben an ihn absprechen, sondern den Glauben verstärken. Über ihn zum Vater.
• Alles, was Jesus sagt, verweist auf den Vater. Ich führe euch zum Vater.
• Insofern ist hier kein Widerspruch.
• Jesus hatte auch mit Pharisäern und Schriftgelehrten zu tun. Auch sie wollte er gewinnen. Diese aber wollten nicht an einen Menschen glauben, sondern an Gott. Darum sagt Jesus: Wer an mich glaubt, glaubt an den, der mich gesandt hat. Ich führe euch zu ihm.
• V. 48 „Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage.“ Wenn das Wort weitergegeben wird, fordert es heraus.
• Der Mensch wird aufgefordert, dem Wort zu folgen, auf der anderen Seite ist es Gnade, wenn er es begreift.
• Unlängst hat jemand gesagt: Wer die Wahrheit sucht, wird sie finden, auch wenn es lange dauert.
• Ein anderer Schritt des Glaubens ist, die Wahrheit erkennen.
• Das ist dann Gnade.
• C.S.Lewis war Suchender, dann Atheist, dann wurde er gefunden.
• Paulus war ein Suchender, und doch Irrender – aber er hat auf seine Weise die Wahrheit gesucht - und wurde von ihr gefunden.
• Immer noch steht die Frage dahinter: Er hat sie verstockt. Haben die Menschen in dem Augenblick nicht wenig Chancen, ihn zu erkennen?
• Jesus ist in die Welt gekommen als ein Licht. Wir können auch Licht für die Mitmenschen sein. Und doch, wie schwer ist das bei Menschen, die einem nicht wohlgesonnen sind!
• Jesus – Licht. Das setzt Glaube voraus. Glaube ist etwas anderes als Meinung.
• Glaube ist Vertrauen.
• Aber auch Wissen.
• Aber doch Vertrauen in etwas, was man nicht weiß.
• Aber weil jemand das gesagt hat, der vertrauenswürdig ist.
• Weil Gott das sagt, kann ich vertrauen. Aber dann weiß ich es auch.
• Man kann mit Engelszungen reden – und viele Menschen verweigern sich.
• Man ist mit Menschen im Gespräch, sie geben einem Recht. Doch sie lassen sich dann doch nicht bewegen, mitzumachen. Ist das Verstockung?
• Es wird bei Johannes erwähnt, dass viele Oberen an ihn glaubten. Doch sie standen nicht offen dazu, weil sie befürchteten, aus der Synagoge ausgeschlossen werden.
• Das ist heute nicht anders. So mancher fürchtet sich vor dem Gerede der Leute: Was denken und sagen die Nachbarn?

• Was heißt und wie erfolgt Glauben? Im Kämmerlein, sich zurückziehen, oder sich auf die Straße stellen?
• Es ist nicht schwarz oder weiß. Das eine gilt und das andere. Jesus hat seine Jünger ja auch ausgesandt.
• Wenn man den Glauben hat, müßten sich Konsequenzen daraus ergeben.
• Sich auf den Glauben einlassen bedeutet, sich dafür öffnen.
• Ich bin durch das Bibel-Lesen zum Glauben gekommen.
• Vor der Verstockung ist da etwas, will sagen, der Mensch erhält eine Chance. Wenn er aber stets ablehnt, greift die Verstockung.
• Jedes Läuten der Kirchenglocken erinnert an den Glauben.
• Bei vielen ist es so, dass sie nicht von der Konsequenz gehört haben.
• Wir können nicht wollen, dass Menschen aus Angst glauben.
• Aber die Gefahr, der sie sich aussetzen, darf nicht unerwähnt bleiben.
• Jedoch der Akt des Vertrauens ist noch mehr. Die Gewißheit kann ich mir nicht selber geben.
• Vielen ist es total egal.
• Unlängst bei einem Besuch: die Person beharrt darauf, zu glauben, aber dafür müsse sie nicht zur Kirche gehen. Nun gilt es, der Person beizubringen, dass das Eine das Andere nicht ausschließt; im Gegenteil, sie gehören zusammen.
• Eine weitere Person am Sonntag beim Kanalgottesdienst: „Das ist meins. Hier finde ich Gott“.
• Dennoch: das Kirchengebäude strahlt etwas anders aus, als das Kanalwasser. Sie strahlt Verbindlichkeit aus und fordert sie auch ein.
• Gott ist auch Gerechtigkeit.
• Jesus war auch konsequent in seinen Aussagen. Er hat gar oft auf die Gefahr des Verlorengehens hingewiesen. Er hat in die Entscheidung gerufen.
• Die christliche Gemeinde als Leib Christi ist auch ein mystischer Leib. Wenn ein Glied sich verweigert, wirkt sich das auf den gesamten Leib aus.
• Heutzutage ist es ganz schwierig, da die ganze Gesellschaft in ihren Facetten auf dem falschen Weg ist.
• Jesus sagt: Ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte (V.47)
• Aber im nächsten Satz weist er doch auf das Gericht hin: „Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter“.
• Wenn sein Angebot nicht angenommen wird, folgt das Gericht. • Das Angebot Gottes ist das ewige Leben. Dafür lohnt es sich, aktiv zu werden, zu werben, dran zu bleiben.

L i e d : 66, 8 - 9 Jesus ist kommen

G e b e t Vaterunser

nächstes Treffen am Dienstag, 9. Juni, 19.30 Uhr