Gespächskreis

Zum Gesprächskreis wird am 2. und 4. Dienstag im Monat eingeladen.
Von 19.30 - 21 Uhr treffen sich Interessierte im Gemeindehaus.



Prophetie 5 Die Leidensankündigungen Jesu


24.März 2026



L i e d : 397, 1 – 2 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

Tageslosung
Jesus sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Lukas 22

Ein Engel erscheint vom Himmel. Wünschen wir uns das nicht auch bisweilen? Durchaus! Es gibt Berichte von Menschen, die behaupten, in einer bestimmten Lage einen Schutzengel gehabt zu haben, sichtbar oder unsichtbar. Wir dürfen davon ausgehen, dass wir immer wieder den Schutz solcher Wesen hatten – auch wenn wir es nicht gemerkt und verspürt haben. Wenn eine Lage besonders brenzlig ist, ja dann möge ein Engel vom Himmel erscheinen. Freilich, die Erwartung ist, dass er die Lage zum Guten und zum eigenen Vorteil wende.
Jesus ist mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane. Er weiß, dass seine letzte Stunde kommt. Hofft aber menschlich durchaus, die Lage würde sich wenden. Dreimal fleht er zu Gott: Nimm diesen Kelch von mir. Doch es geschieht kein Eingreifen, kein Wunder vom Himmel. Also sieht Jesus darin die Bestätigung des göttlichen Willens, nämlich dass er den Weg in den Tod geht. Und dann greift der Himmel dennoch ein. Ein Engel erscheint – aber nicht um die Lage grundsätzlich zu wenden, sondern um Jesus zu stärken. Zu stärken für diesen letzten Gang. Auch das eine Bestätigung seines messianischen Weges.
Nun zurück zu unserem Wunsch, ein Engel möge vom Himmel erscheinen. Was aber, wenn er erschiene, nicht um ein Unheil abzuwenden, sondern zur Bestätigung eines schweren Weges? Sind wir dann bereit, ihn (den Engel und den Weg) anzunehmen? Was für ein großes Wort: Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

L i e d : 397, 3

G e b e t

Prophetie 5 Die Leidensankündigungen Jesu

Lukas 9 - Die erste Leidensankündigung
18 Und es begab sich, als Jesus allein betete, waren seine Jünger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Wer, sagen die Leute, dass ich sei?
19 Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber, du seiest Elia; andere aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden.
20 Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes!
21 Er aber bedrohte sie und gebot ihnen, dass sie das niemandem sagen sollten,
22 und sprach: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.

Lukas 9 - Die zweite Leidensankündigung
43 Als sie sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:
44 Lasst diese Worte in eure Ohren dringen; denn der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen.
45 Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, sodass sie es nicht begriffen. Und sie fürchteten sich, ihn nach diesem Wort zu fragen.

Lukas 18 - Die dritte Leidensankündigung
31 Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
32 Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden,
33 und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.
34 Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.

• Jesus – der Prophet. Hier macht er Aussagen zu seinem Leidensweg. Er kündigt an, dass ihm Leid zugefügt wird, dass er zu Tode gebracht wird.
• An anderen Stellen spricht er von seiner Wiederkunft. Er erwähnt schreckliche Dinge, die im Vorfeld seiner Wiederkunft über die Erde kommen.
• Hier aber geht es um seinen irdischen Weg, und wie der endet.
• Der Zusammenhang der drei Leidensankündigungen ist folgender: Vor der ersten hat er Jünger berufen und spricht zu ihnen von der Nachfolge. Die Jünger bekennen sich zu Jesus. Mit dem Hinweis auf sein Leiden weist er die Jünger auf den Preis der Nachfolge hin.
• Die zweite Ankündigung ist bei Lukas im gleichen Kapitel. Die Jünger haben seine Verklärung erlebt. Er hat einen Menschen geheilt. Nun holt Jesus seine Jünger wieder runter und dämpft ihre Euphorie. Und wieder geht es nachher im Gespräch um die Nachfolge.
• Auch bei der dritten Ankündigung nimmt das Thema Nachfolge eine zentrale Rolle ein. Bei dieser erwähnt er die Voraussagen der Propheten in Bezug auf den Menschensohn. Dieser ist der Messias in seiner leidenden Rolle. In der Fußnote findet sich der Hinweis auf Jesaja 52 und 53 – die Stelle vom leidenden Gottesknecht. Doch gerade diese ist in der Deutung durch die Priester und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu eben nicht auf den Messias bezogen worden. Folgerichtig sagt Jesus: „Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.“ Dieses Urteil geht aber auch in Richtung seiner Nachfolger.
• Und das ist bis heute vielfach so geblieben: Wie schwer ist es, zu begreifen, zu verstehen, zu akzeptieren, dass Jesus der leidende Messias ist!
• Aber natürlich auch der, der auferstehen wird. Das erwähnt Jesus eben auch ausdrücklich.

Aussprache

• Mir wird klar, dass es für uns heute leichter ist, das zu verstehen, als den Jüngern damals.
• Das Größte, was es auf der Welt gibt, ist, dass ein Mensch Leiden erträgt. Ein Leben ohne Leiden ist fast nichts wert.
• Es gefiel dem Vater, seinen Sohn durch Leiden zu vollenden. (Hebr. 2,10)
• Aus der Distanz ist es für uns leichter zu verstehen, als für die Juden damals.
• War nie ein Problem für mich, daß Gott in der Krippe geboren wurde, auch habe ich nicht Schwierigkeiten mit dem Kreuz. Wenn er diesen Leidensweg nicht gegangen wäre, hätte er keine priesterliche Vollmacht. Was anderes ist es, dass wir uns den Leidensweg nicht wünschen.
• Nur Schmerzen lassen uns reifen.
• Durch die Schmerzen sind Menschen größer geworden, als durch alle Freuden der Welt. Marie von Ebner-Eschenbach: „Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen. Unter seinem Hauche entfalten sich die Seelen.“
• Jeder versucht, Leiden zu vermeiden. Die Werbung geht auch in die Richtung.
• Wir sind von Leiden umgeben.
• Ich habe nichts gegen Schmerzmittel.
• Ich meine, das Gros der Gesellschaft ist derart, dass man auf Leidvermeidung aus ist.
• Aber es kommt keiner dran vorbei.
• Für jene, die von ihrer Schönheit gelebt haben, muß es erschütternd sein, wenn sie leiden und altern.
• Gab mal einen Anstreicher im Gemeindehaus, er sang oft bei der Arbeit, und das recht gut. Sagte mal: eigentlich wollte ich etwas anderes werden, hoffe, dass meine Söhne es schaffen. Jahre später sah ich sein Gesicht in der „Gala“. Seine Söhne wurden Schauspieler und Sänger (Armin und Udo Rohde).

• Das Leiden Jesu ist nochmal anders, als das der Menschen. Er hat gelitten an der Gottesferne.
• Er hat den Tod als Trennung von Gott durchlitten, den Tod „geschmeckt“.
• Jesus vergleicht seinen Tod mit einer Taufe.
• Für jeden Menschen ist der Tod bitter.
• Jesus hat am Kreuz gebetet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Er hat wohl den gesamten Psalm 22 gebetet. Der Psalm wird an ihm wahr.
• Selbst wenn er den ganzen Psalm gebetet hat, legen die Evangelisten Wert darauf, bloß diesen einen Vers zu überliefern.
• Gibt aber auch Sätze im Psalm, die die Hilfe durch Gott bezeugen, bzw. die Bitte drum. „Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!“
• Und dass der Leidende bereit ist, Gott zu bekennen.
• In der Krankheit spürt man den Körper anders (Ich kann alle meine Gebeine zählen).

• Die Jünger, die Menschen um Jesus, begreifen seine Worte nicht. Wie schwer es bis heute ist!
• Heute noch mehr als damals. Es gibt so viel andere Ablenkung.
• Wenn es die Zerstreuung nicht gäbe, müßte ich mich mit mir beschäftigen. Und das wird auch nicht immer ausgehalten.
• Der seelische Schmerz – etwa bei dem, was in den sozialen Medien von einem geschrieben wird – ist sehr extrem.
• Jesus hatte auch seelischen Schmerz am Kreuz.
• Andere fertig machen, ist auch eine Flucht vor sich selbst.
• Viele tragen eine Mauer um sich.
• Eine Mauer bietet auch Schutz.
• Wenn ich in mir stark bin, brauche ich keine Mauer. Dann öffne ich mich und kann auch über meine Gefühle sprechen.
• Es ist eine Entwicklung. Ich denke daran, wie ich in jungen Jahren nicht vor anderen singen wollte/konnte. Heute ist das überhaupt kein Problem.
• Eine gesunde Einstellung zu dem haben, was ich kann und was nicht. Dann kann man Maurern auch fallen lassen.
• Dann bist du auch offen für anderes und andere.
• Jesus agiert hier als Prophet, wenn man Prophetie fixiert auf Voraussage.
• Die Jünger haben Jesus auch nicht verstanden, als er ihnen ansagte, dass er den Geist senden wird.
• Im Grunde ist die Jesus- und Kirchengeschichte eine wahnsinnige Erfolgsgeschichte.
• Diese Geschichte hat aber abgenommen.
• Hier in Mitteleuropa durchaus, aber weltweit sieht es anders aus.
• In Afrika sagen die Menschen: wir haben nicht das Gefühl, dass das Christentum unsere Identität auslöscht.
• Mitteleuropa – als Zentrum der Aufklärung hat zum Rückgang beigetragen.
• Ich glaube nicht, dass der einzelne Mensch urteilsfähig sein kann. Hierin bin ich anderer Meinung als Luther. Da hat die katholische Kirche das Gemeinsame mehr bewahrt.
• Glaube ist nicht Religion.
• In der Kirchenmusik wird eine Substanz aufbewahrt.
Vielleicht wird in 50 Jahren anders gehört als heute.
• Ich sehe das Wort „Religion“ nicht böse. Alle Religionen gehen von einer höheren Macht aus.
• Jesus hat gesagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
• Das Christentum ist eine integrative Macht.
• Das Wort „Macht“ stört mich.
• Was Ihr mit der Macht alles macht!
• Paulus hat zugegeben, dass den Heiden die Gottesahnung ins Herz geschrieben ist.
• Die Heiden waren ja keine Atheisten.

• Es ist heute nicht einfacher die Sache mit Jesus zu begreifen, weil Menschen das Heilige nicht mehr spüren und das ebensowenig das Verständnis dafür haben.
• Wichtig: man kann es den Menschen nicht zum Vorwurf machen. So viel Technik und Wandel, Ablenkung, usw.
• Habe es bei meinem Bruder erlebt. Er hat stets alles besser gewußt. Er hat aber nicht begriffen, dass es beim Heiligen auch um ihn ging.
• Ein gewisses Gespür für die Heiligkeit leuchtet immer wieder auf. Das ist etwa auch an Konfirmanden zu erleben.

• Jesu Leidensankündigung von Bedeutung – er ist für die Sünder gestorben. Das ist nicht zu überbieten. Dafür kann man nur dankbar sein, da man es auch sehr nötig hat.

L i e d : 474, 1 – 3 Mit meinem Gott geh ich zur Ruh

Vaterunser

nächstes Treffen am Dienstag, 14. April, 19.30 Uhr