Gespächskreis

Zum Gesprächskreis wird am 2. und 4. Dienstag im Monat eingeladen.
Von 19.30 - 21 Uhr treffen sich Interessierte im Gemeindehaus.



Psalm 140


24.Februar 2026

Bitte um Rettung vor Feinden

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
2 Errette mich, Herr, von den bösen Menschen;
behüte mich vor den Gewalttätigen,
3 die Böses planen in ihrem Herzen
und täglich Krieg erregen.
4 Sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange,
Otterngift ist unter ihren Lippen.
5 Bewahre mich, Herr, vor den Händen des Frevlers;
behüte mich vor den Gewalttätigen, die mich zu Fall bringen wollen.
6 Die Hoffärtigen legen mir heimlich Schlingen 
und breiten Stricke aus zum Netz
und stellen mir Fallen an den Weg.
7 Ich aber sage zum Herrn: Du bist mein Gott;
Herr, vernimm die Stimme meines Flehens!
8 Herr, mein Herr, meine starke Hilfe,
du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streites.
9 Herr, gib dem Frevler nicht, was er begehrt!
Was er sinnt, lass nicht gelingen, sie könnten sich sonst überheben.
10 Das Unglück, über das meine Feinde beraten,
komme über sie selber.
11 Er möge feurige Kohlen über sie schütten;
er möge sie stürzen in Gruben, dass sie nicht mehr aufstehen.
12 Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden;
den Gewalttäter wird das Unglück jagen und stürzen.
13 Denn ich weiß, dass der Herr des Elenden Sache führen
und den Armen Recht schaffen wird.
14 Ja, die Gerechten werden deinen Namen preisen,
und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben.

Tageslosung
Denn ich weiß, daß der Herr des Elenden Sache führen
und den Armen Recht schaffen wird. Psalm 140,13

In der Lutherbibel trägt Psalm 140 die Überschrift „Bitte um Rettung vor Feinden“. Der Beter - das ist David - beklagt, daß er von bösen Menschen bedrängt wird. Mit Worten und Taten machen sie ihm das Leben schwer. Sie wollen ihn zu Fall bringen und spielen ihre Macht aus. Der Beter nimmt Zuflucht bei Gott. Aus dem Glauben heraus ist er sich sicher, daß er bewahrt wird und Gott das Unrecht nicht durchgehen läßt.

Es ist schon immer so zugegangen auf der Welt, wie damals: die Mächtigen nutzen ihre Macht für ihre eigenen Interessen, Ausbeutung allenthalben. In der Feudalherrschaft über Leibeigenschaft oder gar Sklaverei, heute über das Steuer- und Abgabesystem. Beispiel anhand einer Rechnung... Ein Gebet wie Psalm 140 ist sowas von aktuell. Hintergrund: die Mächtigen in Politik und Konzernen nutzen schamlos ihren Vorteil zuungunsten der Masse aus. Es ist legitim, zu beten: Herr, gib dem Frevler nicht, was er begehrt! Das Unglück komme über sie selber. Er möge sie stürzen in Gruben, daß sie nicht mehr aufstehen.

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß es in dieser unerlösten Welt ungerecht zugeht. Aber wir glauben an die Erlösung. Die Welt hat das Angebot der Erlösung erhalten. Wenn sie nicht angenommen wird, werden sowohl die Mächtigen als auch die Elenden schuldig. Und hier liegt das Problem im Land, nämlich daß die Massen den Zugang zum Glauben aufgegeben haben. Umkehr tut not. Die Absicht Gottes, des Elenden Sache zu führen und den Armen Recht zu schaffen, ist nach wie vor gegeben.

L i e d : 9, 4 – 6 Nun jauchzet all ihr Frommen

Aussprache

- Was meint ihr, ist der Psalm geeignet für den Gottesdienst? Hättet ihr Hemmungen, ihn in der Gänze zu bringen?
- Überhaupt nicht, denn es ist Gottes Wort.
- Der Psalm hat eine Häufung an Aggressivität. Es geht auch darum, dass manche Leute zum ersten Mal da sitzen.
- Man kann eine Auswahl treffen.
- Es steht manches da, was man nicht immer lesen kann und soll.
- Es ist schön, wenn ich Gott die Entscheidung überlasse, wie er mit dem Frevlern umgehen wird.
- Wenn ganz gelesen, könnte einiges erklärt werden.
- Dem Feind Böses an den Hals wünschen – Gott überlassen. Die Rache ist sein.
- Es muß die Situation des Beters erst mal in den Blick genommen werden.
- Wir lassen auch sonst bei Psalmen Verse aus.
- Wir haben im Ostblock auch für die Mächtigen gebetet. Eines Tages hat ein Gottesdienstbesucher gefragt: Warum beten Sie für die Mächtigen? Sie machen uns doch das Leben schwer. Meine Antwort: Gerade deswegen, sie brauchen Erleuchtung und Änderung ihres Verhaltens. Da möge doch Gott eingreifen.
- „Die Machthaber“ – sie sollten nicht nur negativ gesehen werden. Manche haben viel Gutes getan. Denke dabei z.B. an Karl V. (er hat in der Schlacht von Tunis 1535 zwölftausend christliche Gefangene befreit.
- dabei hat er den Krieg nicht wegen der gefangenen Christen geführt, sondern um die Macht der Moslems im Mittelmeerraum zu brechen. Auf den 74 Galeeren, aus denen seine Flotte bestand, waren in Ketten gelegte Protestanden, die zu rudern hatten.
- Kaiser Karl V. hatte auch keine Probleme in Deutschland gegen den protestantischen Bund zu kämpfen. 1547 ist er in Wittenberg einmarschiert.
- Ja, aber darum, weil er von seinem Vorhaben überzeugt war.
- Das sind die bösen Machthaber heute auch. Licht und Schatten auch bei großen Gestalten.
- Der große Karl V., der christliche Kaiser hatte keine Probleme, sich am spanischen Königshof Frauenliebschaften zu leisten.
- Der englische König Heinrich VIII. hat in England die Reformation eingeführt, die anglikanische Kirche gegründet; auf der anderen Seite hat er 6 Frauen hintereinander geheiratet und verschlissen. Zwei von ihnen hat er hinrichten lassen.
- in unserer Zeit regieren manche Politiker gegen das Volk. Aktuellstes Beispiel: ein Rentner wir staatlich verfolgt, weil er den Kanzler mit Pinocchio verglichen hat. Heute aber ist zu lesen, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat.

- Grundsätzlich ist zu fragen, warum Politiker überhaupt Verfahren gegen die Bürger anstellen.
- Um Angst zu verbreiten. Dafür wurde der Paragraph der Majestätsbeleidigung eingeführt.
- Kluge Menschen mahnen an, dass das Vertrauen im Volk wieder gestärkt werden muß.
- Im Weiteren wird darüber geredet, ob die Waffenlieferung an die Ukraine gerechtfertigt ist oder nicht.
- Daß schon zwei Monate nach Kriegsbeginn zwischen Ukraine und Rußland ein Friedensabkommen in Istanbul geschlossen wurde, soll nicht unerwähnt bleiben. Der Brite Boris Johnson war daraufhin nach Kiew geflogen und hat deutlich gemacht, dass dieses Abkommen nicht zustande kommen darf. Wieviele Soldatenleben auf beiden Seiten hätten seither gerettet werden können!
- es gibt politische Kräfte in Deutschland, die auf deutsche Kriegsbeteiligung aus sind.

- In unserer Zeit wird oft nur gesagt: Gott ist Güte, Liebe. Aber Gott ist auch Richter.
- Dass Gott Richter ist, begreift man erst, wenn man seine Güte kennengelernt hat. Wenn er nicht mehr Güte ist als Richter, können wir alle einpacken.
- Schon das AT ist voll von der Güte Gottes.
- Wenn wir unter dem Gericht Gottes stehen, haben wir keine Chance. Wir sollten froh sein, dass Gottes Güte das A und das O ist.
- Der Beter im Psalm nimmt Zuflucht bei Gott. Er erwähnt das Erbarmen Gottes.
- Ohne Auswahl der Psalmverse geht es nicht.
- Über dem Psalm steht „Bitte um Rettung vor boshaften Feinden“.
- Wie sieht es alltäglich aus in unserer Zeit? Die Gewalt hat doch zugenommen.
- die Assoziation von böser Welt mag ich nicht, wenn ich in die Kirche komme.
- ich bitte schon mal Gott: Bitte tu den Leuten nicht das an, was ich ihnen wünsche.
- Je älter ich werde, finde ich viele Situationen, ich denen ich mich nicht mag.
- Wir sind allzumal Sünder.
- Ich kann es so annehmen, wie es im Psalm steht. David war von bösen Menschen verfolgt. Der Psalm endet gut.
- Nein, er endet in einer Konfrontation. Da gut – dort böse.
- Wir brauchen bloß in die heutige Zeit schauen, was alles falsch läuft.

Aphorismen:
- Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten geht, folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung.
- Verzweiflung ist der einzig echte Atheismus
- Erfolg ist nur halb so schön, wenn es niemanden gibt, der einen beneidet.
- Jeder Gewissensbiss ist ein Ahnen Gottes.

L i e d : 152, 1 - 4 Wir warten dein, o Gottes Sohn Vaterunser

nächstes Treffen am Dienstag, 10. März, 19.30 Uhr zu 1.Mose 49 (Jakob segnet seine Söhne)