G e s p r ä c h s k r e i s 

Der Gesprächskreis findet jeden Monat am 2. und 4. Dienstag statt und zwar von 19.30 - 21 Uhr im Gemeindehaus, Schulstrasse 8.


Das nächste Treffen wird am 25.Juli sein.


Zur Zeit wird das biblische Buch Hiob durchgenommen.

  


Beim letzten Abend ging es um die Kapitel 29 - 31.



  

Tageslosung

   

Paulus kniete nieder und betete mit ihnen allen. Da begannen alle laut zu weinen und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn, am allermeisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Und sie geleiteten ihn auf das Schiff.    Apostel. 20, 36 - 38


  

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Er geht davon aus, daß er dort verhaftet wird. In Milet empfängt er eine Gesandtschaft aus Ephesus und nimmt von allen Abschied. Er sagt ihnen auf den Kopf zu, daß sie sich nicht mehr sehen werden. Er mahnt die Ältesten, auf die Gemeinde aufzupassen. Sie ist Gefahren ausgesetzt, nicht nur von außen, sondern auch von innen. Aus der Gemeinde selbst werden Leute auftreten, die Verkehrtes lehren werden. Er befiehlt sie der Gnade Gottes und lädt zum Gebet ein.

Wie nimmt man Abschied, wenn man weiß, daß man sich nicht mehr sehen wird? Manche Alte kennen solche Abschiede aus den Kriegsjahren. Heute gibt es das in Syrien, Irak, Afghanistan, Afrika.

Doch ungewisse Abschiede gibt es auch in Friedenszeiten und im ganz normalen Leben.

-      Eine Ehe geht auseinander. Nicht nur Mann und Frau trennen sich, auch die Kinder müssen vom Gewohnten Abschied nehmen.

-      Die Kinder werden erwachsen, sie gehen ihre Wege – auch das ein Abschied.

-      Es kommt zu einem Umzug. Das alte Lebensumfeld wird aufgegeben. Das neue muß erst entdeckt werden.

-      Menschen orientieren sich auch geistlich um. Die Gemeinde wird gewechselt, oder gar die Religion. Oder durch Austritt aus der Kirche geht man einen Weg ohne Gemeinde.

 

Paulus verarbeitet den Abschied in einer letzten Begegnung – und im Gebet. Wie weit spielt das Gebet in den unterschiedlichen Abschieden, denen Menschen heute ausgesetzt sind, eine Rolle?

 

L i e d : 170, 1 – 4   Komm, Herr, segne uns

 

G e b e t 


  

Hiob  29 – 31

 

o   Hier wendet sich Hiob nicht mehr an die Freunde; er führt gleichsam ein Selbstgespräch. Der Worte sind genug gewechselt.

o   Hiob schildert seine glückliche Vergangenheit. Er hatte großes Ansehen bei jung und alt. Er galt als Helfer der Armen und Waisen, der Kranken und Behinderten. Er hat sich für Gerechtigkeit eingesetzt und die Bösen zurechtgewiesen.

o   Das gute Leben führt er nicht auf seine eigene Gerechtigkeit zurück, sondern ordnet es ein als Wirkung des Segens Gottes (29,2-5).

o   Die Gemeinschaft mit Gott hat ihm tiefstes Glück bedeutet. Auf Schritt und Tritt war er sich der Nähe Gottes gewiß.

 

o   Die Nähe Gottes hat seine Persönlichkeit geformt, was wiederum sich auf sein Umfeld auswirkte.

o   Bei Hiob kamen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zusammen.

o   Er hatte gehofft, daß es so bleibt – bis an sein Lebensende.

o   Doch das hat sich jäh geändert.

 

o   Dem einstigen Leben steht sein jetziges Schicksal gegenüber.

o   Der viel geachtete Mann ist zum Gespött der Leute geworden. Selbst der Abschaum der Gesellschaft lacht ihn aus.

o   Das Leiden des Hiob ist also nicht nur eines wegen der leiblichen Schmerzen, des Verlustes von Hab und Gut, des Todes der Kinder, sondern auch weil er gemieden wird. Er ist isoliert. Er ist seiner Ehre verlustig geworden.

o   Seine Situation nutzt er als Anklage gegen Gott. Gott hat ihn in diese Situation gebracht.

o   Er wirft Gott vor, daß er ihn geschlagen hat, ihn, der sittlich anständig gelebt hat.

o   Mit seinem ganzen Leben bürgt er für seine Aufrichtigkeit. Mit der eigenen Unterschrift will er das bestätigen (31,35).

o   Mit seinen Ausführungen bestätigt Hiob, was zu Beginn des Buches über ihn ausgesagt ist: „Der war fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und mied das Böse.“

o   Er fordert heraus: Der Allmächtige antworte mir!

 

 

A u s s p r a c h e

 

   

- Hatte den Eindruck, wie Hiob sich selbst schildert, daß er sich seiner Sache sicher ist. Es ist eines, wenn ein anderer einen beurteilt, als wenn man sich selbst darstellt. Wir können versuchen, diesem Ideal zu entsprechen, verfallen aber immer wieder dem alten Menschen. Aber  Hiob war von Anfang an rechtschaffen.

- Hiob sagt das, weil er davon ausgeht, daß Gott straft.

- Gott prüft.

- Tut er das? Gott wollte das erst gar nicht.

- Hat er seinen Zustand als Geschenk Gottes gesehen, oder als eigenes Werk?

- Jedenfalls als Segen Gottes.

- Satan wirft ihm vor, daß Hiob nicht eigennützig fromm ist.

Im NT: Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden (Hebr. 12,4).

- Hiob versteht sich als Gerechter.

- Mit seinen Freunden hat er abgeschlossen. Mit denen redet er nicht mehr. Jetzt fordert er Gott heraus.

- Hier wird der Vergleich angestellt von früher und jetzt. Gibt es im eigenen Leben solche Vergleiche? Früher beser, jetzt schlecht  -  oder umgekehrt.

- Früher war alles besser, heißt es oft.

- Jedenfalls anders.

- Wir leben in einer Zeit, von der in 30 Jahren gesagt wird: Die gute alte Zeit.

- Wirtschaftlich geht es uns immer besser.

- Wirklich? Straßen sind marode, Schulen nicht saniert. Vor nicht langer Zeit war ich in Kiel. Meine alte Schule sieht noch so aus  wie vor 50 Jahren.

- Es ist erschreckend, wie unterversorgt unsere Schulen sind. In Hochdonn ist eine Lehrerin für alle Klassen zuständig. Mütter helfen aus, eine Praktikantin dabei. Das ist doch nicht die Ideallösung.

 

- Vielleicht kann man irgendwann von sich selbst sprechen wie Hiob von sich. Meine Vorstellung: das Leben ist dazu da, um einmal fertig zu sein. Reifen und wachsen bis zur Vollendung. Bewundert habe ich, wie Hiob sein Leben von Anfang an als in Ordnung sieht.

- Verkehrt ist es nicht, zu fragen: Was habe ich falsch gemacht?

- Unter den Menschen wäre Hiob eine große Ausnahme. Jeder Mensch ist sündig.

- Aus diesem Buch erfahren wir, warum Gott etwas zuläßt. Gott ist allmächtig. Er kann Gutes bewirken und er kann Böses zulassen.

- Wer kann das Buch aufgeschrieben haben?

- Das wird nicht beantwortet. Ist auch nicht wichtig. Vielleicht Hiob selbst.

- Wieso  und wie kann ein Mensch sündlos sein? Es gibt doch keinen Menschen ohne Sünde.

- Einfach die 10 Gebote einhalten.

- Jesus hat sie auf zwei verkürzt: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten.

- Das Buch ist eine Darstellung dafür, daß Gott das Vertrauen prüft.

- Vielleicht soll das Buch den Lesern als Beispiel und Halt dienen.

- Hiob als Prototyp, Abbild für Jesus. Von daher ist seine Sündlosigkeit, bzw. Gerechtigkeit zu verstehen. Auch Jesus wurde von Satan versucht. Nicht nur in der Wüste, sondern auch in dem Wunsch des Volkes, sich zum König machen  zu lassen. Alles in die Richtung, sich von Gott lossagen.

- Wenn Gott Prüfung schickt, erstattet er auch, er stellt wieder her – wie das Ende des Buches belegt.

- Wenn man die Prüfung besteht.

- Hiob hat ein strafendes Gottesbild. Jesus dagegen hat unsere Strafe getragen, auf daß wir leben.

 

- In Kap. 30 führt er breit aus, wie die anderen ihn jetzt sehen. Das wäre doch völlig unwichtig.

- Menschlich gesehen ist das zu verstehen.

- Am Ende betet er für seine Freunde, siehe Kap. 42. Gott hat darauf gewartet, daß er sich seiner Freunde erbarmt, die ihm ja Unrecht getan haben.

- Sein jetziges Unglück, soll es uns als Vorbild sein, wie wir uns Leidenden gegenüber verhalten sollen?

- Könnte sein. Am Sonntag am Kanal einen Mann getroffen, mit dem ins Gespräch gekommen. Habe ihn auf den Glauben angesprochen. Davon wollte er nichts hören. Er hatte viel Schweres im Leben durchgemacht.

- Schimpfte auch auf die Kirche. Ich sagte ihm: Kirche und Glaube sind zwei verschiedene Sachen.

- Kirche und Glaube – sie sollten freilich miteinander zu tun haben.

- Haben sie aber immer weniger.

- Man ist geneigt, etwas verteidigen zu wollen. Dem Mann in dem Fall sagen, was Gott für einen selbst getan hat, bzw. was Gott einem bedeutet. Man will Beweise suchen. Brauchen wir aber nicht.

- War heute im Konfirmandenunterricht. Habe gelernt, wie wichtig beim Denken die Ausgangslage ist. Wenn der Anfang falsch ist, kann das Ende nicht gut sein.  Beispiel: Wer davon ausgeht, die Bibel ist nicht Gottes Wort, wird die Schlußfolgerung ziehen: die Bibel ist mi Fehlern überliefert. Daraus erwächst die Überzeugung, dieses Buch habe nicht mehr Bedeutung als sonst ein Buch. Wer hingegen annimmt, die Bibel

sei Wort Gottes, wird ihre Aussagen als zuverlässig einstufen und daher zur Überzeugung gelangen, daß dieses Buch eine Bedeutung für sein Leben hat.

- Wichtig auch, daß Denkanstöße gegeben werden. Wie etwa auf Kirchentagen. Ich erfahre das im Gottesdienst. Ich lasse mich darauf ein. Wenn ich von vornherein sage: Ne, das ist nichts, dann habe ich eine vorgefertigte Meinung.

- Mache die Erfahrung, daß Menschen ausweichen, wenn’s konkret wird. Wenn sie sich entscheiden müßten.

- Man kann nicht zu Jesus kommen, wenn der Vater nicht zieht. Für mich haben Menschen gebetet. Ich bete für andere. Die Fürbitte hat Auswirkung.

- Ich denke an die Frau Steffen. Sie kam nach dem Krieg aus dem Osten. Hatte nichts. Sie durfte ein kleines Stück Land nutzen. Am Ende hatte sie einen kleinen Hökerladen. Man hat sie bewundert. Sie sagte immer: Von wem habe ich das? Nicht von euch, sondern von Gott.

- Frau Herzog war als Tierärztin sehr genau bei der Arbeit. Ich durfte ihr assistieren und sagte zu ihr mitunter: Das haben Sie gut gemacht. Sie entgegnete ebenso oft: Der Herr hat mir die Hand geführt.

 

- Mache die Erfahrung, daß Kinder getauft werden, aber dann nicht zum Glauben kommen. Ist dann die Taufe in Ordnung?  Sollte nicht der Glaube zuerst da sein?

- Kindertaufe oder Erwachsenentaufe? Die Kindertaufe versinnbildlicht sehr gut, daß es auf Gottes Gnade ankommt. Gott schließt einen Bund mit dem Kind, das überhaupt keine (Leistungs)Voraussetzung mitbringt. Gott legt das Fundament für die Rettung. Freilich sollte der Glaube als Folge der Taufe hinzukommen.

- Nicht zu vergessen die Verpflichtung der Eltern und Paten.

- Das Wort Gottes hat unheimliche Kraft. Mich haben Psalm 23 und das Vaterunser oft durchgetragen. Gott hat Mittel und Wege einzugreifen. Er weiß, wann er die Leute zieht.

Hiob hat auch gemerkt, daß seine Freunde nicht das Gegenüber waren, das ihn aushalten konnte. So mußte Gott eingreifen.

- Erst mal haben sie eine Woche nicht geredet.

- Sie hätten für ihn beten können, oder mit ihm.

- Wichtig, daß wir nach Gott fragen und nicht zu anderen Leuten gehen. Dann weist Gott auch auf Menschen hin, die da sind.

 

  

L i e d : 350, 1 - 5  Christi Blut und Gerechtigkeit

 

 

V a t e r u n s e r

 

  

Nächstes Treffen am Dienstag, 25. Juli, um 19.30 Uhr  zu Hiob 38 – 39

     

 

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