G e s p r ä c h s k r e i s 

Der Gesprächskreis findet jeden Monat am 2. und 4. Dienstag statt und zwar von 19.30 - 21 Uhr im Gemeindehaus, Schulstrasse 8.


Das nächste Treffen wird am 23.Mai sein.


Zur Zeit wird das biblische Buch Hiob durchgenommen.

  


Beim letzten Abend ging es um die Kapitel 18 - 19.

Tageslosung

 

Jesus spruicht: ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wir ein- und ausgehen und Weide finden.  Johannes 10,9


Ein „Ich-bin-Wort“ Jesu. Jesus stellt sich vor und bietet sich als Tür an. Diese Tür kann niemand sonst verkörpern, denn es geht um die Tür zur Seligkeit. Also es geht um Rettung, um Erlösung. Der Heiland (Erlöser, Messias) allein kann diese Funktion einnehmen. Die Tür wurde von der anderen Seite aufgetan. Der Himmel hat sich mit dem Kommen Jesu geöffnet. Selbst an Karfreitag, wo der Eindruck entstehen konnte, daß die Tür zugefallen ist, zerriß der Vorhang im Tempel als Zeichen dafür, daß die Tür geöffnet bleibt. Mit seiner Auferstehung ist der Beweis endgültig geliefert, daß die Tür für jeden offen steht. Aber bloß wenn der Weg über Jesus genommen wird.

Ein- und ausgehen. Wer durch diese Tür in die Seligkeit gelangt, wird frei sein.

Wer dagegen in der Verdammnis landet, bleibt gebunden und kann keineswegs sich frei bewegen.

Hiob hatte eine leise Ahnung von Christus als er zu Bildad sprach: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt“.

 

L i e d : 57, 1 + 4 - 5   Uns wird erzählt von Jesus Christ

 

G e b e t 

 

Hiob  18 – 19

 

o   Bildad bemüht das Schicksal der Gottlosen. Schau hin, Hiob, der Gottlose wird vor Gott nicht bestehen.

o   Der Frevler richtet sich eigentlich selbst zugrunde. Der Gottlose gräbt sich sein eigenes Grab.

o   In mehreren Bildern schildert Bildad den Untergang des Frevlers und Gottlosen.

o   18,13 Die Glieder seines Leibes werden verzehrt; seine Glieder wird verzehren der Erstgeborene des Todes“  ist eine deutliche Anspielung auf Hiobs Lage.

o   Die Situation des Gottlosen sieht gar nicht gut aus. Und du, Hiob, bist so einer.

 

o   Auch Hiob ist mit seiner Geduld am Ende. Bildad hatte gefragt „Wie lange?“. Hiob greift die Fragestellung auf, um seine Sicht der Dinge zu erläutern, und fragt auch: Wie lange?

o   Ich bin schuldig vor Gott? Ja gewiß, aber ich trage meinen Irrtum selbst (19,4). Aber darum geht’s nicht. Meine Situation hat damit zu tun, daß Gott mich beugt. Gott hat mir alle Wege versperrt. Mit übermächtiger Kraft hat er mich zu Boden geworfen.

 

o   Obzwar er nichts mehr von seinen Freunden erwartet - im Gegenteil er klagt sie an, daß sie ihm nachstellen - , fleht er sie nun an, sich seiner zu erbarmen (19,21).

o   Wenn er schon nicht Recht erfährt, begehrt er, daß seine Sache in Fels gehauen wird, damit nachfolgende Generationen von dieser Ungerechtigkeit erfahren. Zumindest die Nachwelt wird ihm Recht geben und von seiner ungerechten Behandlung

erfahren. Er hat eine Ahnung dafür, daß sein Schicksal nicht nur ein persönliches ist, sondern daß sein Fall eine Bedeutung darüber hinaus hat. Hierin spiegelt sich die Grundfrage des gesamten Menschengeschlechts. Darum darf seine Klage nicht verstummen.

o   Und sie darf nicht verstummen, weil es gar um Gottes Ehre geht. Seine Gerechtigkeit und Treue ist in Frage gestellt.

 

o   Bei Gott gibt es die Lösung. Folgerichtig spricht Hiob: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt.

o   Hiob kommt zu der Erkenntnis, daß in Gott noch Möglichkeiten der Erlösung liegen. Noch aber schweigt Gott und Hiob mag das als Gericht empfinden.

o   Dennoch flüchtet Hiob zu dem Gott, den er anklagt.

o   Und wenn Gott ihm in dieser Zeit nicht hilft, hat er doch die Hoffnung, daß er, Hiob, Ihn hernach sehen wird.

o   Hiob beruft sich auf die Sitte des goels, des Auslösers. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Rechtssprache. Zum einen war der „Löser“ der Bluträcher, zum anderen sollte jemand aus der Sippe/Verwandtschaft einen, der unschuldig in Not geraten war, auslösen, ihm zu seinem Recht verhelfen, zum Lebensrecht.

o   Für Hiob gibt es momentan solch einen irdischen Retter nicht. Folgerichtig sucht er ihn in Gott selbst. 19,26 verdeutlicht, daß Hiob in Gott diesen Löser sieht. Insofern wird Gott zum Rächer gegen Gott; zum Auslöser aus der Schuld.

o   Dieser Löser wird ihm zumindest nach seinem Tode zur Gerechtigkeit verhelfen.

o   Er hat die Hoffnung, daß er Gott mit eigenen Augen schauen wird. Darin ist er uns Christen ähnlich und gleich.

o   Für Christen stellt die Ewigkeit eine Rehabilitation für dieses Leben dar. Gott schauen ist die Antwort, daß das Leid und auch der Tod nicht das letzte Wort sprechen.

o   Gott ist nicht nur der Schöpfer, Gesetzgeber und Richter. Er ist auch der Erlöser und wird als solcher handeln.

o   Hier könnte das Hiobbuch aufhören. Doch es geht ja – wie wir aus dem Prolog wissen – darum, ob Hiob Gott umsonst dient? Geht es um die Ehre des Menschen oder um die Ehre Gottes? Glaubt der Mensch an Gott um Gottes willen oder nur, wenn er etwas davon hat? Zur Klärung dessen dienen die nächsten Dialoge.

o   Bevor der nächste Freund das Wort ergreift, mahnt Hiob seine Freunde, sich vor dem Richter – das ist Gott – zu fürchten.

 

A u s s p r a c h e

 

- Beim ersten Gespräch war Bildad gegenüber Hiob noch vorsichtig, hier ist er sehr direkt und hart.

- Die Freunde können sich nicht erklären, warum er von Gott gestraft wird, wenn er doch – wie behauptet – nicht schuldig sei. Sie denken, Hiob verbirgt und verschweigt irgendwas; damit sollte er herauskommen.

- Ist das ungewöhnlich, dass ein Getreuer so bestraft wird?

- Jeder Christ wird „bestraft“. Es muß jeder Leidenszeit durchleben. Es gibt Tage des Zweifels. Hiob wird von vornherein als der treueste dargestellt. Deswegen sucht der Teufel Hiob aus. Die Freunde meinen: warum sollte Gott so einen strafen? Es ist erstaunlich, dass Hiob trotz des Leids an Gott festhalten will.

- Er ist aber auch selbstgerecht.

 - Hiob ist davon überzeugt, dass Gott am Ende sagen wird: Du bist ein Guter.

- Ich finde, dass Bildad Hiob sehr negativ sieht. V. 5 sagt er zwar:Dennoch wird das Licht der Frevler verlöschen, und der Funke seines Feuers wird nicht leuchten“, aber danach nennt er sehr viele negative Beispiele. Im letzten Vers betont er im Blick auf Hiob: „Ja, so geht's der Wohnung des Gottlosen und so der Stätte dessen, der Gott nicht kennt“. Oder sagt Bildad das allgemein?

- In den Kapiteln davor wird auch so argumentiert, nämlich bezogen auf das Schicksal des Gottlosen.

- Bildad will provozieren. Durch solche Provokation soll Hiob mit der Sprache herausrücken. Dann wird man wissen, warum er diese Strafe erleidet.

- Hiob kommt gar nicht auf die Idee, dass Gott das zulässt, da doch Satan dahinter steht.

- Wie soll er darauf kommen?

- Weil er so sehr gottesfürchtig ist. Er hätte sich sagen müssen, dass der Böse das tut.  In Kap. 19 sagt er ja: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Also weiß er das ja.

- Er sieht keine Alternative zu Gott. Gott hat alles in seiner Macht. Für ihn gibt es keinen Höheren.

- Er weiß, dass es den Satan gibt.

- Aber vom Dialog im Himmel weiß er nichts.

- 19,6 So merkt doch endlich, dass Gott mir unrecht getan hat und mich mit seinem Jagdnetz umgeben hat“ betont, dass er sich von Gott belangt weiß.  Gab es damals schon die Vorstellung vom Bösen?

- Ich denke durchaus. Andere Völker sind von vielen Gottheiten ausgegangen – gute und böse. Zudem dürfte eine Schöpfungsüberlieferung bekannt gewesen sein, die Schöpfungsüberlieferung, wie wir sie kennen. Wenn Hiob in seinen Reden nichts von Satan, vom Bösen erwähnt, kann es auch daran liegen, dass die Bibel damit die Gefahr des Dualismus umgeht. Der Dualismus besagt, dass es zwei gleichwertige göttliche Wesen gibt (gut und böse), die gleiche Macht besitzen, die eine sie zum Guten nutzt, die andere zum Bösen. Nach biblischer Überzeugung ist der Böse nicht gleich mächtig wie Gott. Hiob sieht insofern nur Gott am Werk.

- Warum sagt Hiob: du tust mir das an? Und nicht: du lässt das zu?

- Man könnte glatt denken, dass es auch heute in Situationen so ist, dass der Teufel seine Finger im Spiel hat. Ein Spiel mit dem Menschen. Wir sind ausgeliefert.

- M.Luther hat den Menschen mit einem Reittier verglichen. Entweder er wird von Gott geritten oder vom Teufel.

- Wir sind direkt daran, zu entscheiden, welchen Weg wir gehen. Hiob ist überzeugt von Gott. Er wusste, was gut ist. Er ist von sich überzeugt, dass er sich nicht fehlverhalten hat.

- Wieso kann Hiob so überzeugt von sich sein?

- Weil er an Gott glaubt.

- Er glaubt von sich, sündenfrei zu sein. Wir sind ja auch gottesfürchtig. Können wir von uns sagen: Ich bin sündenfrei?

- Selbstgerechtigkeit.

- Er hat Jesus noch nicht.

- Ich war früher immer der Meinung dass ich alles richtig mache, dass ich brav bin und keine Sünden habe. Wollte meinen Eltern gegenüber immer artig sein, später immer das machen, was andere erwarten. War alles in Ordnung. Irgendwann hatte

ich mit einem Menschen ein Gespräch, bei dem mein Gegenüber sagte: Wir sind alle Sünder. Das hat mir zu denken gegeben. Nach und nach kam ich durch den Besuch der Gottesdienste in Süderhastedt zu der Erkenntnis, dass ich auch Sünderin bin.

- Das ist eben ein tieferes Verständnis von Sünde.

-: In einem Gespräch sagt die eine Person: Ich bin Sünder. Die andere: Ich halte alle Gebote, ich bemühe mich anständig zu sein-  und dennoch bin ich Sünder.

- Ich hatte einen Zusammenbruch. Damals fühlte ich nicht, dass ich von Gott getragen werde. Erst hinterher erfahren, dass Gott da war, gerade auch dann, als es mir schlecht ging. Ich habe gelesen: Gott zerschlägt den Menschen, aber hilft ihm wieder auf. Damit der Mensch Demut lernt. Habe von neuem angefangen. Mit Gottes Hilfe Kraft geschöpft. Das Zerschlagen hat einen Sinn. Man merkt, man ist nur von Gott abhängig. Es musste so tief gehen.

- Die Schrift sagt: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen“. (Apg.14,22) Es kann auch Segen im Leid liegen.

- Man wächst daran. Wenn man immer nur oben ist, kann man nicht reifen.

- Eine Tochter will ihren Vater mit einem Besuch überraschen. Sie wohnt weit weg. Erst am Ende der Fahrt versucht sie ihn zu erreichen. Er geht nicht ans Telefon. Kann er nicht, weil er schon seit dem Morgen im Bett liegt und von nichts was weiß. Ist das nicht Führung Gottes? Daß die Tochter just an dem Tag anreist!

- Hiob fühlt sich ungerecht behandeln. Das kann ich von mir nicht sagen. Gott hat mir in der Not beigestanden. Danken schützt vor Wanken.

- Hiob – eine Sondersituation. Hiob wird geprüft.

- Hiob hängt noch voll drin. Im Moment kann er nicht danken.

- 19,21: Hiob fleht die Freunde um Erbarmen an. Ist ihm da bewusster, dass er die Hilfe von den Freunden braucht?

- Deutet das nicht eher darauf, dass sie aufhören sollen, ihm Vorwürfe zu machen? Hilfe kann nur von Gott kommen.

- Daß seine Lage in Stein geritzt werden soll, hilft ihm ja auch nicht.

- Aber uns. Am Ende warnt Hiob seine Freunde. Ich würde mich gar nicht trauen, so zu reden, wie Hiob.

 

- Hiob spricht davon, dass sein Fleisch auferstehen wird. (19,26)

- Im Gegenteil, er geht nicht davon aus, dass sein Fleisch erhalten bleibt. Aber er hält trotzdem daran fest, dass er Gott sehen wird. Insofern dann doch eine Art Auferstehungshoffnung. Luther hat das anders übersetzt, weil er Hiob neutestamentlich interpretierte. Damit lag er aber trotzdem nicht falsch.

- 18,14  „Er wird aus seiner Hütte verjagt, auf die er vertraute, und hingetrieben zum König des Schreckens.“  Hier wird nicht Satan erwähnt, aber der König des Schreckens.

- Warum sollte da nicht der Teufel gemeint sein?

- Bzw. der Tod als König des Schreckens, der im Vers davor erwähnt wird.

- 18,21 Ja, so geht's der Wohnung des Ungerechten und der Stätte dessen, der Gott nicht achtet“.  Das stimmt nicht,  denn es ist nicht so, dass Hiob Gott nicht achtet. Er klagt ihn an, aber er verachtet Gott nicht.

- Aber die Freunde gehen davon aus, dass er Gott nicht achtet, da er ja seine Verfehlungen nicht zugibt.

- Die er nicht hat.

- Das meint Hiob, die Freunde sehen es anders.

- Sie wollen hören, dass Hiob sagt: Ich bin ein Sünder.

- es geht hier aber nicht um das Problem der Sünde, jedenfalls nicht in den Augen von Hiob, sondern um die Ehre Gottes. Irgendwo nimmt er Gott in Schutz. So handelt Gott nicht, das passt nicht zu seiner Majestät, nämlich einen zu strafen, der das nicht verdient.

-: Meine Sünde ist meine Sache, sagt er (19,4).

- Modernes Denken. Halte dich aus meinen Angelegenheiten heraus.

-  Wenn die Freunde ihn fragen würden: Was sollen wir tun?, was könnte er da antworten?

- Schweiget!

- Am Ende wird Gott die Freunde kritisieren.

- Sie bereuen dann auch.

- Sie können nicht mal zu Hiob sagen: Am Ende wird alles gut.

- Nur Hiob tut so, als wenn er es weiß.

- Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

- Er lässt von Gott nicht los.

 

- Hiob gleicht Christus. Die Kriegsscharen der Finsternis bedrängen ihn. Die Freunde verlassen ihn. Die Nächsten sind ihm entfremdet. Er ist zum Gespött geworden.

- Mit dem Unterschied, daß Christus weiß, welchen Sinn das alles hat. Hiob nicht.

- trotzdem ist Hiob eine Vorschattung auf Christus. Eine Parallelstelle finden wir mit Jesaja 53, Der leidende Gottesknecht; der wiederum auch auf Christus zu deuten ist.

- Im Unterschied zu Jesus litt Hiob nicht willig. Er will, dass dieses Leiden von ihm genommen wir. Jesus hat seinen Mund nicht aufgetan.

- Außer beim Aufenthalt im Garten Gethsemane, aber dann Gott gegenüber.

- Jesus greift Gott nicht an.

- Außer am Kreuz betend: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

- Bis zur Kreuzigung hat er körperliche Schmerzen nicht erdulden müssen.

- Aber Jesus hat Schmerzen erlitten in Anbetracht der Entfremdung des Geschöpfs Mensch von seinem Schöpfer. Seine Rebellion gegen diesen Zustand erwähnt die Schrift, etwa: „Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mt.9,36); oder wenn die Kranken ihn jammern und er sie heilt, oder als er im Geist über den Tod des Lazarus ergrimmte (Joh.11). Punktuell hat er den Schaden repariert.  

Darin zeigt sich Jesus als der Erlöser, den Hiob vorausgesehen und erhofft hat.

 

 

L i e d : 223, 1 + 4 - 6  Das Wort geht von dem Vater aus.

 

 

V a t e r u n s e r

 

 

Nächstes Treffen am Dienstag, 23. Mai, um 19.30 Uhr  zu Hiob 20 – 21

 

 

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